Ernährung und Gesundheit beim Hund

Giardien und andere Darmparasiten beim Hund

Hundewelpen. © Foto: BfT/ Okapia/imagebroker/PICANI
Welpen gehören zur Risikogruppe. Sie erkranken besonders häufig an einer Giardien-Infektion. © Foto: BfT/ Okapia/imagebroker/PICANI

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Nicht nur Würmer, sondern auch parasitäre Einzeller, bedrohen die Darmgesundheit des Hundes und können Infektionen hervorrufen. Am häufigsten kommen so genannte Giardien vor. Giardien sind mikroskopisch kleine, einzellige Parasiten, deren evolutionäre Entwicklung noch weitgehend unbekannt ist. Hätten Giardien ein Gedächtnis, könnten Sie sich sicher noch an Säbelzahntiger oder Miacis, den Urvater aller hundeartigen Tiere, erinnern. Im Darm dieser Urzeitwesen und deren Nachkommen haben Giardien ihre Existenz bis in die Neuzeit hinein gerettet.

Welpen besonders betroffen

Und so machen sie noch heute vielen Hunden das Leben schwer. Denn Giardien gehören neben den Spulwürmern zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten bei Hunden. Sie besiedeln den Darm der Tiere, vermehren und verkapseln sich dort und verursachen Durchfälle, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Die infektiösen Zysten werden zu Hunderttausenden mit dem Kot der Tiere ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt durch Schnüffeln und lecken an Kothaufen und durch die Aufnahme von verunreinigtem Futter oder Trinkwasser.

Untersuchungen zufolge sind fast 20 Prozent aller Hunde mit Giardien infiziert. Besonders betroffen sind Welpen und junge Hunde unter sechs Monaten. Bei ihnen kann die Befallsrate sogar bis zu 70 Prozent betragen.

Auf Menschen übertragbar

Ausgewachsene Hunde bleiben häufig lange Zeit ohne Symptome. Das verstärkt die Gefahr einer unerkannten Verbreitung des Darmparasiten durch die infizierten Tiere. Wegen des hohen Infektionsrisikos sollten Hunde auf diesen Erreger untersucht und bei positivem Befund auf jeden Fall behandelt werden. Denn Giardien besitzen zoonotisches Potential. Das bedeutet, dass eine Infektion auch auf Menschen übertragen werden kann. Welche Behandlung den größten Erfolg verspricht, entscheidet der Tierarzt.

Die Hundehalter können mit entsprechenden Hygienemaßnahmen den Therapieerfolg aber maßgeblich unterstützen. Dazu gehören absolute Sauberkeit der Trink- und Futternäpfe, sofortige Aufnahme und Entsorgung des Kothaufens. Meidung von Stellen, an denen viele Hunde Gassi gehen sowie die regelmäßige Reinigung von Haut und Haarkleid besonders im hinteren Körperbereich einschließlich Rute.

Kokzidien & Würmer

Neben den Giardien bedrohen weitere einzellige Darmparasiten - die Kokzidien - die Gesundheit des Hundes. Besonders betroffen sind wiederum Welpen und Jungtiere. Daneben gehören Spulwürmer und Hakenwürmer, der Hundebandwurm und der Fuchsbandwurm zu den unangenehmen Darmparasiten (Würmer beim Hund). Für Hunde, die ins Ausland reisen oder von dort mitgebracht werden, besteht zusätzlich ein Risiko, sich mit dem Herzwurm zu infizieren. Auch an diesen Wurmarten können sich Menschen infizieren. Regelmäßige Wurmkuren sind im Zusammenleben von Mensch und Tier deshalb ein absolutes Muss. Wie häufig behandelt werden muss, richtet sich dabei nach Alter und Lebensumständen des Hundes.

Informationen: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

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