Ernährung und Gesundheit beim Hund

Hunde im Winter - die 10 wichtigsten Tipps

Den meisten Hunden macht Kälte nur wenig aus, © Foto: Jörg Beerhorst / pixelio.de
Den meisten Hunden macht Kälte nur wenig aus, © Foto: Jörg Beerhorst / pixelio.de

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Nicht nur Menschen müssen sich auf die kalten Jahreszeit einstellen, auch Hunde - insbesondere Stadthunde oder besonders kälteempfindliche Exemplare - brauchen im Winter in der Regel mehr Pflege und Aufmerksamkeit. Damit Ihr Hund gesund durch den Winter kommt, hat die Bundestierärztekammer die wichtigesten Fragen zum Thema Hunde im Winter zusammengefasst.

Kann sich mein Hund erkälten?

Auch bei Hunden können Zugluft oder das Liegen auf kalten Steinen oder in kalter Umgebung zu Erkrankungen wie Blasenentzündungen oder einer Schwächung des Immunsystems führen. Das kann eine Infektion der Atemwege begünstigen, denn Viren oder Bakterien haben dann leichteres Spiel. Eine gezielte Behandlung des kranken Tieres durch den Tierarzt kann nötig werden. Bei Minusgraden gilt daher: Immer schön in Bewegung bleiben, damit der Hund nicht unterkühlt oder sich erkältet. Nach einem Spaziergang bei nasskaltem Wetter, emfpiehlt es sich, Ihren Hund mit einem Handtuch gründlich abzurubbeln und ihn an einem warmen Ort trocknen zu lassen.

Wie erkenne ich, dass mein Hund friert?

Wenn der Hund die Kälte schlecht verträgt und sich unwohl fühlt, dann zittert er, zieht den Schwanz ein, geht klamm und meist auch langsamer. Hunde – insbesondere solche mit kurzem Fell und ohne Unterwolle - können rasch frieren und unterkühlen, wenn sie sich nicht bewegen. Bei großer Kälte sollte ein Hund daher nicht zu lange irgendwo warten müssen – sei es im ungeheizten Auto oder etwa vor dem Supermarkt auf einem kalten Boden.

Ist ein Hundemantel im Winter nötig?

Gesunde Hunde brauchen in der Regel im Winter keinen Mantel oder Pullover für den Spaziergang im Freien. Für Hunde ist jede Form von Bekleidung eher irritierend, sie kann auch die Bewegungsfreiheit einschränken. Für alte oder kranke Tiere, Rassen mit kurzem Fell und ohne Unterwolle, kann ein Hundemantel aber in Ausnahmefällen sinnvoll sein.

Beim Kauf sollte auf leichtes, hautverträgliches und atmungsaktives Material geachtet werden. Wolle oder Baumwolle ist nicht wasserabweisend und daher nicht geeignet. Bei der Auswahl eines geeigneten Hundemantels ist vor allem die Passform wichtig und nicht die Marke. Der Hundemantel muss gut sitzen und darf keinen Körperteil einschnüren oder auf der Haut scheuern. Er sollte aber auch nicht zu locker sitzen, denn dann wärmt er nicht genug oder der Hund bleibt an Gegenständen oder Sträuchern hängen. Bei starkem Frost emfpiehlt es sich generell, die Spaziergänge kürzer zu halten und darauf zu achten, dass der Hund immer in Bewegung ist. Zitternde Hunde gehören jedenfalls ins Warme.

Sollen Hunde bei Schnee und Eis Hundeschuhe (Booties) tragen?

Die Hundepfote ist von Natur aus recht robust, aber die Ballen sind bei manchen Hunden doch empfindlich und weich. Eine regelmäßige Kontrolle ist wichtig. Bei Hunden mit weichen oder rissigen Ballen kann es sinnvoll sein, den Tieren bei Eis und Schnee in der Stadt Booties anzuziehen. Diese schützen vor dem scharfkantigen Eis und vor Streusalz.

Braucht der Hund im Winter eine spezielle Pfotenpflege?

Das Hauptproblem im Winter ist das Streusalz. Salz ist vor allem bei trockenen, rissigen Ballen ein Problem, denn es kann in die Ritzen eindringen und Schmerzen verursachen. Hinzu kommt, dass die emfpindlichen Ballen nach dem Spaziergang oft intensiv abgeschleckt werden, was wiederum zu Magenproblemen führen kann. Daher sollte man die Pfoten des Hundes vor dem Spaziergang beispielsweise mit Melkfett oder Vaseline einreiben und die Rückstände zu Hause gründlich mit warmem Wasser abspülen. Viele Hunde lassen sich nur ungern an den Ballen anfassen, was das Einreiben erschwert. Ein Training dazu kann sinnvoll sein, damit die Ballen und die behaarten Bereiche dazwischen vor dem Spaziergang behandelt werden können. (Pfotenschutz bei Eis und Schnee)

Was muss ich nach dem Spaziergang im Winter beachten?

Ein gründliches lauwarmes „Fußbad“ für den Hund nach dem Spaziergang reicht, um das Salz abzuspülen. Danach sollten die Ballen wieder mit fetthaltiger Salbe eingerieben werden. Bei einer schmerzhaften Reizung der Ballen durch Salz leckt der Hund die Stellen exzessiv und fördert damit eine weitere Reizung und Entzündung. Zusätzlich nimmt er dabei vermehrt Salz auf, was zu Magen-Darm-Reizungen führen kann. Gegen zu viel Eisbildung zwischen den Ballen können die Haare dort gekürzt werden.

Ist Nässe im Winter besonders gefährlich?

Ein nasser Hund sollte im Winter abgetrocknet werden und sich dann zuhause an einem warmen, trockenen und zugfreien Ort aufhalten, bis er wieder ganz trocken ist. Nasse Hunde sollten nicht auf kaltem Untergrund wie Stein oder Fliesen liegen, denn das kann eine Entzündung der Lunge oder der Blase fördern.

Gassi gehen bei Dunkelheit?

Bei Dunkelheit sollten Mensch und Tier gut sichtbare Reflektoren tragen, damit Autofahrer sie erkennen und Abstand halten können. Reflektierende Halsbänder, Leuchthalsbänder oder anklickbare Reflektoren sind eine Möglichkeit, ein ganzes Geschirr mit Reflektoren eine andere. Blinkende Reflektoren sind für Hunde eher irritierend und können auch untereinander zu Kommunikationsproblemen führen. Beim Spielen mit anderen Hunden oder auf freien, geschützten Flächen, ist es daher besser, die Sicherheitsausrüstung abzunehmen. (Hunde in der Dunkelheit schützen)

Muss ich meinen Hund im Winter anders ernähren?

Hunde, die sich überwiegend draußen aufhalten, haben im Winter einen erhöhten Energieverbrauch, um sich warm zu halten. Bei solchen Tieren muss die Futterration und Qualität im Winter anders und höher sein als im Sommer. Bei den meisten Familienhunden bzw. Wohnungshunden spielt die Kälte für die Ernährung keine Rolle, denn sie halten sich nur eine begrenzte Zeit im Freien auf.

Aber Achtung: Auch Hunde mit kurzem Fell und ohne Unterwolle benötigen im Winter mehr Energie, um ihren Wärmehaushalt zu regulieren. Das gilt unter Umständen auch für geschorene Tiere (nach Operation oder Ultraschalluntersuchung) oder kranke Tiere. Fragen Sie dazu gezielt ihren Tierarzt.

Darf mein Hund Schnee fressen?

Die meisten Hunde lieben es, im Schnee herumzutollen, viele haben den Schnee sogar zum Fressen gern, aber nicht jeder Hundemagen verträgt die eiskalte Kost. Empfindliche Hunde, die Schnee fressen, können leicht Magenverstimmungen bekommen, Bauchkrämpfe oder eine Schneegastritis mit blutigem Durchfall und Erbrechen. Ist dem Schnee auch noch Streusalz beigemengt, kann es zu ernsthaften Reizungen und Schäden der Magenschleimhaut des Hundes kommen. Am besten ist es, wenn Sie Ihrem Hund vor dem Winterspaziergang ausreichend Wasser anbieten, damit er draußen nicht zu durstig wird. Auch sollten Sie darauf verzichten, Ihrem Hund Schneebälle zu werfen. Das macht zwar Spaß, regt aber nur zum Schnee fressen an.

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