Ernährung und Gesundheit beim Hund

Jahreswechsel ohne Stress

Silvesterlärm stresst Hunde, © Foto: Thorsten Freyer / pixelio.de
Silvesterlärm stresst Hunde, © Foto: Annette Lassen / pixelio.de

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Der Jahreswechsel ist für viele Hunde eine Krisenzeit. Der ohrenbetäubende Lärm der Silvesterknaller und die ungewohnten Lichter am Nachthimmel verschrecken viele Haustiere jedes Jahr aufs Neue. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie Hund und Halter die Silvesternacht einigermaßen stressfrei überstehen.

Der Gehörsinn eines Hundes ist dem des Menschen weit überlegen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Hunde auf das Krachen eines Silvesterböllers oder das Zischen einer Rakete mit Angst, zum Teil auch mit Panik reagieren. Lichtblitze und der Geruch nach Verbranntem befeuern die Angst zusätzlich. Typische Anzeichen einer so genannten Silvesterphopie bei Hunden sind unruhiges Hecheln, Zittern, Sabbern, Umherlaufen mit eingezogenem Schwanz und der Drang, sich irgendwo verkriechen zu wollen.

Bereits im Welpenalter kann die Ausprägung der Angst vor Lärm und Schussgeräuschen vom Hundehalter beeinflusst werden. Bekommt der Welpe bei jeder Angstreaktion extreme Aufmerksamkeit, wird gestreichelt, liebkost oder gar mit „Leckerlis“ getröstet, fühlt er sich in seinem Verhalten bestärkt. So wird dem Hund das Angstverhalten gewissermaßen anerzogen. Besser ist es, auf ein schreckhaftes Verhalten bei lauten Knall- oder Schussgeräuschen schon im Welpenalter möglichst gelassen zu reagieren, bzw. es zu ignorieren.

Wichtige Tipps für den Silvesterabend

  • Lassen Sie Ihren Hund in dieser Nacht nicht allein!
  • Wenn Sie die ersten Anzeichen von Angst erkennen, reagieren Sie nicht mit übertriebener Aufmerksamkeit. Versuchen Sie stattdessen Ihren Hund abzulenken, mit Apportierspielen oder anderen Aufgaben. Lässt er sich nicht zum Spielen animieren, ist es besser, sein verängstigtes Verhalten möglichst zu ignorieren.
  • Schaffen Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, sich in einer dunklen Ecke zu verkriechen und zurückzuziehen, unters Sofa, unter einen Tisch über den Sie eine Decke hängen. Manche Hunde ziehen sich auch gerne in einen sehr kleinen Raum (z.B. Badezimmer) zurück.
  • Schirmen Sie Ihren Hund bestmöglich vor Lärm und Lichtblitzen ab: Fenster, Fensterläden und Vorhänge schließen, Fernseher oder Radio einschalten, um den Lärm der Silvesterraketen zu dämpfen.
  • Gehen Sie am Silvesterabend möglichst zu einer böllerfreien Zeit und nur zum Verrichten der Notdurft Gassi. Lassen Sie Ihren Hund aber beim Spaziergang keinesfalls von der Leine! Ein plötzlicher Kracher kann ihn derart erschrecken, dass er in Panik gerät und davonläuft. Auch einige Tage vor und nach Silvester sollten Sie Ihren Hund beim Gassi gehen unbedingt angeleint lassen.
  • Verwenden Sie in keinem Fall Ohrstöpsel! Hier besteht akute Verletzungsgefahr und häufig lassen sich die Stöpsel nur operativ wieder entfernen.
  • Bleiben Sie selbst ruhig und gelassen.

So können Sie Ihren Hund beruhigen und gegenüber lauten Geräuschen sensibilisieren:

Akupressur nach TTouch
Bei manchen Hunden kann der so genannte Tellington-Ohren-Touch beruhigend und entspannend wirken. Diese Methode – benannt nach Linda Tellington-Jones – beruht auf dem Prinzip der Akupressur. Dabei streicht man dem Hund in regelmäßigen Zügen mit der Hand von der Ohrbasis bis zur Ohrspitze. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Ohrbasis in kreisenden Bewegungen mit den Fingerspitzen zu massieren.

Geräuschtherapie
Eine andere längerfristige Methode, einen erwachsenen Hund oder Welpen an lauten Knall- und Böllerlärm zu gewöhnen, ist die Geräuschtherapie. Mit einer Geräusch-CD (erhältich beim Tierarzt oder bei Amazon) können verschiedene Geräusche mit positiven Ereignissen (Spielen, Streicheln, Fressen, Leckerlis) verbunden werden. Die Lautstärke der Geräusche darf nur langsam und behutsam gesteigert werden. Diese Methode ist allerdings etwas langwierig und muss über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten konsequent angewendet werden.

Bachblüten gegen Angstreaktionen
Auch mit homöopathischen Mitteln lässt sich die Angst von Hunden lindern. Neben verschiedenen Bachblüten-Extrakten, die ihre Wirkung nur nach einer langfristigen Verwendung entfalten, gibt es so genannte Notfalltropfen, die auch helfen, wenn sie unmittelbar in der Stresssituation verabreicht werden. Genauere Informationen über Bachblüten und die Wirkungsweise bei Hunden können Sie beim Tierarzt erfragen.

Beruhigung durch Pheromone
Ein weiterer relativ neuer Weg in der Verhaltensmedizin ist der Einsatz von speziellen Duftstoffen - so genannten Pheromonen. Während der Saugperiode produziert die Hündin spezielle Duftstoffe, die eine entspannende und beruhigende Wirkung auf den Welpen haben. Untersuchungen habe gezeigt, dass diese Pheromone auch bei erwachsenen Hunden angstlösend wirken. Der spezielle Duftstoff ist als Spray - das direkt auf den Schlafplatz aufgebracht wird - erhältlich, oder als Zerstäuber, bei dem die pheromonhaltige Flüssigkeit gleichmäßig in die Wohnungsluft verdampft wird.

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