Hundehaltung und Hundeverhalten

Das starke Band zwischen Hund und Mensch

Anzeige

Woran liegt es, dass manche Hunde ihre Besitzer geradezu vergöttern und nichts lieber tun, als in deren Nähe zu sein und ihre Wünsche zu erfüllen, während andere lieber ihrer eigenen Wege gehen? "Bindung" heißt das Zauberwort, und dieses unsichtbare, starke Band hat weniger mit Magie als mit ein paar handfesten Regeln zu tun.

"Viele Menschen untergraben eine gute Beziehung zu ihrem Hund unwissentlich immer wieder," hat Hundetrainerin Victoria Schade beobachtet und ihre Erkenntnisse dazu, was die viel begehrte Bindung fördert und was sie stört, nun in einem Buch zusammengefasst.

Die Quintessenz dabei lautet, dass eine wirklich starke und verlässliche Bindung nicht durch etwa durch Dominanzgebaren von Seiten des Menschen und Einnehmen der früher viel zitierten Rolle als "Alphatier" entsteht, sondern durch gegenseitigen Respekt, Verlässlichkeit und Vertrauen. Damit sind die Grundprinzipien einer artgerechten, modernen Hundeerziehung, die sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Lerntheorie stützt, denen einer erfolgreichen Kindererziehung gar nicht so unähnlich. "Führung ja, Unterdrückung nein," meint Schade und erklärt ausführlich, warum auch ein Hund sich Priviliegien und Rechte verdienen muss, wieso er Höflichkeit und den Umgang mit Frustration lernen muss und wie man durch Beachtung kleiner Verhaltensregeln enorm in seinem Ansehen steigt.

Wichtig dabei ist, auch einmal ein wenig "hündisch" zu lernen und darauf zu achten, was der eigene Hund einem eigentlich mitteilen möchte: "Hunde versuchen eigentlich die ganze Zeit, mit uns zu kommunizieren," sagt Schade, " aber leider verstehen wir es allzu oft nicht oder merken es erst gar nicht. Das muss furchtbar frustrierend für die geselligen Vierbeiner sein." Erst recht, wenn wir dann auch noch hündische Etikette wie zum Beispiel das, dass man seinem Gegenüber niemals direkt in die Augen starrt oder frontal auf ihn zuläuft, komplett missachten. "Wenn man aber zumindest versucht, seinen Hund besser zu verstehen und verständlich mit ihm kommuniziert, ist seine Freude darüber meistens riesig," so Schade. So ähnlich, als ob man vor einer Auslandsreise mühsam "Bitte", "Danke", "Guten Tag" und "Aufwiedersehen" in einer schwierigen Fremdsprache lernt und seinem Gegenüber damit Wertschätzung signalisiert.

Victoria Schades Tipps mögen zwar nicht aus jedem Hund eine Lassie machen, aber sie helfen garantiert, das Verhältnis zwischen Hund und Mensch entscheidend zu verbessern und machen dazu noch jede Menge Spaß.

Das starke Band: Mag mein Hund mich wirklich?
Kynos Verlag, 2011
205 Seiten, Hardcover, € 24,80
ISBN 978-3-942335-20-1

Anzeige

Zurück