Hundehaltung und Hundeverhalten

Hunde ans Alleinbleiben gewöhnen

Dobermann allein
Kein Hund bleibt gerne allein, © Foto: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

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Hunde sind sehr soziale Tiere und brauchen ihre Menschen um sich, doch kaum ein Hundehalter hat die Möglichkeit, wirklich rund um die Uhr bei seinem Hund zu sein. Oft muss das Tier zumindest hin und wieder ein paar Stunden allein verbringen. Wenn Hunde daran nicht gewöhnt sind, kann es schnell passieren, dass sie - kaum alleingelassen - zu jaulen und bellen beginnen oder aus Frust oder Langeweile sogar die Einrichtung beschädigen. Mit etwas Geduld kann der Hund ans Alleinbleiben gewöhnt werden, man sollte es aber langsam angehen.

Nie länger als sechs Stunden

Generell sollte man Hunde nie länger als sechs Stunden allein lassen. Dabei ist das Gassi-Gehen das geringere Problem. Hunde sind Rudeltiere und leiden, auch wenn sie daran gewöhnt sind, an großer Einsamkeit, wenn sie ganz allein sind. Werden sie regelmäßig acht oder mehr Stunden allein gelassen, kann sich das negativ auf die Psyche der Tiere auswirken.

Im Welpenalter langsam ans Alleinbleiben gewöhnen

Wenn möglich sollte man den Hund bereits als Welpen daran gewöhnen, einige Zeit alleine zu bleiben, so lernt er es am Leichtesten. "Wenn Sie Ihren Hund öfters alleine lassen müssen, selbst wenn es nur für kurze Zeit ist, sollten Sie ihn langsam daran gewöhnen." rät Sonja Weinand, Sprecherin des Verein Pfotenhilfe. "Zu Anfang sollten Sie es vorbereiten, wenn Sie den Hund alleine lassen wollen. Machen Sie zum Beispiel einen langen Spaziergang mit dem Hund und füttern Sie ihn hinterher." Danach wird er sich wahrscheinlich in einer Ecke zusammen rollen und schlafen. Dieser Moment ist günstig um das Training zu beginnen.

Keine dramatische Verabschiedung

Nun kann der Hundehalter einfach für ein paar Minuten aus dem Haus gehen. Wichtig ist, dass beim Verlassen des Hauses bzw. der Wohnung kein Drama gemacht wird. "Gehen Sie einfach, ohne sich vom Hund zu verabschieden. Am besten bekommt er gar nicht mit, dass Sie gehen." so Weinand. "Nach ein paar Minuten kommen Sie wieder und beachten auch diesmal den Hund nicht. Es muss selbstverständlich werden, dass Sie kommen und gehen." Nach und nach kann man die Phasen, in denen der Hund allein ist, ausdehnen.

Beim ersten Jaulen nicht gleich nachgeben

Nicht immer klappt das gleich zu Beginn. Sollte der Hund beim ersten Mal jämmerlich schreien, weil er sich verlassen fühlt, sollten Sie hart bleiben. Andernfalls bringt er Ihre Rückkehr in direkten Zusammenhang mit seiner Heulerei. Die Folge: Er wird immer lauter und länger winseln, um Sie damit schneller und sicherer zurückzuholen. Warten Sie deshalb ab, bis er sich beruhigt hat und kommen Sie dann mit einer kleinen Belohnung und Streicheleinheiten zurück.

Alternativen zum Alleinbleiben

In vielen Unternehmen ist es heute auch gestattet, den Hund mit zum Arbeitsplatz zu nehmen, vorausgesetzt er ist wohl erzogen und sozialisiert und hat nichts gegen das lange Liegen im Hundekorb. Dann ist diese Situation perfekt. Eine andere Möglichkeit, um dem Hund das Alleinsein zu ersparen, sind Hundesitter, meist Studenten oder Pensionisten, die weniger Geld verlangen, oder die etwas kostspieligere Hundepension.

Informationen: Verein Pfotenhilfe

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